In Europa zählt hotset inzwischen zu den führenden Herstellern von Heizelementen, Temperiersystemen und Thermosensoren für den Spritzguss-Werkzeugbau. Auf der diesjährigen K-Messe präsentierte das deutsche Unternehmen neben einbaufertigen Schutzarmaturen mit Messeinsätzen und dem energiesparenden P-System eine Neuheit auf dem Gebiet der Heißkanaltechnik: Die flexible Düsenbeheizung wiretube.
Mit großem Engagement treibt hotset seine Entwicklung zum kundenorientierten Full-Service-Partner für die Realisierung leistungsfähiger Werkzeugeinsätze und Heißkanalverteilerplatten für den Kunststoff-Spritzguss voran. Im Zuge dessen präsentiert das Unternehmen regelmäßig innovative Komponenten und Systeme für die Temperiertechnik, Temperatursensorik und Temperaturmesstechnik. Die diesjährige K in Düsseldorf nutzte es zur Vorstellung zahlreicher Highlights aus seinem aktuellen Portfolio. Im Mittelpunkt stand dabei eine echte Innovation auf dem Gebiet der Heißkanaltechnik: wiretube – die neue Düsenbeheizung für Heißkanäle. Bei dieser patentierten Neuentwicklung handelt sich um ein flexibel auslegbares Spiralsystem zur Beheizung von Heißkanal- und Spritzdüsen, das sowohl in der Konstruktion als auch im Servicefall die Stelle traditioneller Reflektionsrohre einnehmen kann. Es lässt sich für Durchmesser von bis zu 80 mm und Längen von bis zu 300 mm individuell anpassen und optional mit Mantelthermoelementen bestücken. Auch Ausziehhilfen lassen sich einbringen. Sein Ausdehnungskoeffizient ist erheblich geringer als der herkömmlicher Reflektionsrohre.
Flexible Spirale statt starres Rohr
Mit wiretube erweitert hotset die Auswahl seiner hotspring-Komponenten um eine weitere Innovation. Abgesehen von den konstruktiven Vorteilen des Spiralsystems gehört es zu seinen großen Pluspunkten, dass es sich dank der hohen Verfügbarkeit des Grundmaterials schon ab Losgröße 2 innerhalb von nur zwei Werktagen herstellen lässt. Auf dem Messestand D76 in Halle 6 wird hotset darüber informieren, welchen weiteren Mehrwert wiretube den Herstellern und Instandhaltern von Heißkanalsystemen bietet.
DIN-konform und einbaufertig
Als zweites Highlight zeigte hotset auf der K seine DIN-gerechten Schutzarmaturen mit Messeinsätzen für das Monitoring flüssiger, gasförmiger und pastöser Prozessmedien. Sie werden im Geschäftsbereich Temperature Solutions unter der Dachmarke hotcontrol in vielen Varianten für alle Thermoelemente und Widerstandsthermometer von hotset angeboten und decken eine große Bandbreite verfahrenstechnischer Applikationen ab. Sie sind als einbaufertige Einheit aus Messfühler, Messeinsatz, Schutzrohr, Anschlusselement und Prozessverbindung erhältlich, und in den Basisausführungen für die Messung von Temperaturen von bis zu 1.100° C ausgelegt. Die in ihnen verbauten Temperatursensoren punkten mit kurzer Ansprechzeit, hoher Genauigkeit und hoher Vibrationsfestigkeit.
Neben Schutzarmaturen der Typen 2G und 2GoH (DIN 43772) sind viele weitere Ausführungen lieferbar; auch kundenspezifische Sonderformen. Sie lassen sich mit unterschiedlichen Anschlussköpfen sowie Messeinsätzen (DIN 43735) von hotset bestücken. Zu ihren Haupteinsatzgebieten zählen die vielfältigen Aufgaben des Temperaturmonitorings in der Kunststofftechnik, im Anlagenbau, im Industrieofenbau, in der Montanindustrie sowie in Leicht- und Buntmetall-Verarbeitung, Kraftwerktechnik und Automobilbau. Chemie und Petrochemie gehören ebenfalls zu den großen Anwendungsgebieten.
Zielgenau und energieeffizient
Das dritte Messe-Highlight von hotset war das P-System, das derzeit vielerorts im Rahmen der Abkehr von der gas-, öl- oder dampfbasierten Prozesswärme-Erzeugung zum Tragen kommt. Im Fokus stehen hierbei kundenspezifisch ausgelegte elektrisch beheizte Plattensysteme, mit denen sich Oberflächen homogen und energieeffizient erwärmen lassen. Ursprünglich als Direktheizsysteme zur thermischen Prozessführung bei der Ver- und Bearbeitung von Kunststoff- und Verpackungsfolien entwickelt, leistet das P-System heute dank seiner Schnelligkeit und Regelgenauigkeit auch in vielen anderen Anwendungen einen zentralen Beitrag zur Umsetzung ressourcenschonender und CO2-reduzierter Wertschöpfungsketten. Auf der K hat hotset beispielsweise explizit darüber berichtet, welche Rolle das P-System derzeit bei der Formgebung automobiler Großflächen-Bauteile aus Carbon und bei der Serienfertigung von bis zu 2 x 2 Meter großen Dachhimmel-Elementen aus Kunststoff-Textil-Verbundmaterialien spielt.
Je nach Anwendungsfall lässt sich ein hotset P-System mit 12 bis 400 Volt betreiben und erzielt Flächenheizleistungen von bis zu mehreren Kilowatt. Die Bereitstellung erfolgt stecker- und montagefertig inklusive aller Komponenten zur Systemintegration sowie der Feedbacksysteme, Steuer- und Regeltechnik. Eine P-System-Heizplatte kann nahezu jede beliebige Grundform haben. Auch die Gestaltung der Isolierplatte sowie die Ausführung zusätzlicher Installationsraumplatten und der Abdeckung mit Steckkontakten und Befestigungselementen folgt den Wünschen der Kunden. Zudem lassen sich Sensoren zum Schutz vor Übertemperaturen einbauen und die Plattenoberflächen können mit Antistatik-, Antihaft- und Aseptik-Beschichtungen, Verschleiß- und Korrosionsschutz-Coatings sowie individuellen Strukturen veredelt werden.
Kompetenzspektrum mit Innovationspotenzial
Im Rahmen seines sukzessive erweiterten Kompetenzspektrums bietet hotset eine Leistungsbreite, die inzwischen weit über die Expertise des Unternehmens als Thermodynamik-Spezialist und Sensorhersteller hinausgeht. Immer öfter übernimmt es für seine Kunden in der Spritzgießtechnik, im Werkzeugbau und in der Produktentwicklung die Rolle eines All-in-One-Partners.
Autor: Julius Moselweiß, Freier Fachjournalist, Darmstadt
